Ausbildung

Laut der Berufsstatistik 2016 der Bundessteuerberaterkammer gibt es rund 54.000 Steuerkanzleien mit rund 6.000 Auszubildenden für Steuerfachangestellte im 3. Lehrjahr. Es ist daher strategisch für die eigene Kanzlei gefährlich zu hoffen, dass sich der Arbeitsmarkt für Steuerkanzleien wieder wesentlich verbessern wird. Auch finde ich es sehr riskant die Digitalisierung als Grund für geringen Personalbedarf anzuführen. Gerade für diesen Transformationsprozess werden Sie junge und qualifizierte Kräfte brauchen.

Meine Empfehlung ist daher, wieder oder weiter verstärkt auf die eigene Ausbildung zu setzen. Das ist aus meiner Sicht die wichtigste langfristige Investition einer Steuerkanzlei. Sie sorgt dafür, dass Sie immer ausreichend und vor allem qualifiziertes Personal zur Verfügung haben.

Bei der Suche nach Auszubildenden, die jetzt für Herbst 2018 startet, befinden Sie sich bereits im Wettbewerb mit vielen Firmen. Dabei höre ich oft resignierende Stimmen. Warum nehmen Sie den Wettbewerb nicht einfach an? Haben Sie denn nichts zu bieten? Finden Sie Ihren Beruf langweilig? Lassen Sie sich von Ihren Mitarbeitern unterstützen, um an Kandidaten ranzukommen.

Schauen Sie sich die jungen Leute an, bevor Sie sie einstellen. Das ist wichtig, um die notwendigen Eigenschaften für Ihren Beruf zu testen: Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Fleiß. Laden Sie potentielle Kandidaten zu einem kurzen Praktikum ein. Dabei können Sie die Schüler einschätzen und gleichzeitig für die Ausbildung gewinnen.

Schließlich ist es notwendig die Ausbildung zu organisieren. Ausbildung kostet Zeit und Mühe, deshalb sollte sie so gestaltet sein, dass am Ende das Ergebnis stimmt. Eine einfache Faustregel für die Ausbildung besteht darin, jedes Ausbildungsjahr zu besetzen. Das hat den Vorteil, dass feste Aufgaben (Mandate) für jedes Ausbildungsjahr zugeordnet werden können. Das bringt Routine in die Ausbildung und die Auszubildenden können sich auch gegenseitig helfen.

Sie werden vielleicht sagen, so viele Kräfte brauche ich dann auch wieder nicht. Möglicherweise ist nicht jede Einstellung ein voller Erfolg. Möglicherweise ändern die jungen Leute ihre beruflichen Vorstellungen oder wollen noch ein Studium anschließen. Und wenn Sie sich die Mühe machen, eine mittelfristige Personalplanung zu erstellen, dann werden Sie vielleicht überrascht sein, wie viele langjährige und erfahrene Mitarbeiter Sie in den nächsten Jahren adäquat ersetzen müssen.

Bitte beachten Sie nochmals, dass jetzt die Zeit für die Suche nach Auszubildenden ist. Warten Sie nicht zu lange, sonst verlieren Sie ein ganzes Jahr. Eine gute Ausbildung bringt Ihnen wertvolle Mitarbeiter und bindet diese an das Unternehmen.

Wenn Sie meine Unterstützung für das Thema „Ausbildung“ oder eine kostenlose Vorlage für die „Mittelfristige Personalplanung“ wünschen, dann schreiben Sie mir bitte eine Nachricht oder vereinbaren Sie einen Telefontermin. Viel Erfolg für Sie.

Ihr

Martin Schwarzensteiner

Kanzleiberater

Diplom-Betriebswirt (FH), QM-Auditor (TÜV)