Ein Zitat von Buddha sagt „Wir sind, was wir denken.“

Wenn das so ist, dann ist der Fachkräftemangel eine Folge unseres Denkens. Wer hat denn gedacht, dass auch im Jahre 2019 Fibu und Lohn noch einen so beträchtlichen Anteil am Umsatz ausmachen? Die Experten sagen seit Mitte der 90er Jahre voraus: Sucht Euch Ersatz für diesen Umsatz (z. B. Beratung), weil der wegfallen wird. Konsequenterweise wurde in der Branche kaum noch ausgebildet. Und die Mitarbeiter, die sich trotzdem diese Ausbildung nicht nehmen ließen, die wollen natürlich lieber in die Abschlusserstellung. Da ist man sicherer. Jetzt sind diese Aussagen („Der Buchhaltungsumsatz wird wegfallen“) wieder topaktuell.

Es erscheint auf den ersten Blick tatsächlich logisch: Einfache Tätigkeit plus neue Technologien = Automatisierung. Wo steckt da nur der Denkfehler? Ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis in der Praxis doch größer als in der Theorie?

Natürlich steckt in der Buchhaltung ein großes Automatisierungspotential. Kein Buchhalter ist böse, weil die Kontoauszüge nicht mehr eingetippt werden müssen. Es ist toll, wenn der Beleg direkt mit der Buchung verknüpft ist und 10.000 Paypal-Zahlungen importiert werden können.

Ich denke, es wäre sogar ein Vertrauensbruch, wenn wir nicht versuchen würden, dem Mandanten durch moderne und effektive Arbeitsweisen das Honorar in Grenzen zu halten. Es ist vielleicht sogar gut, dass viele Arbeiten unterstützt und mehr automatisiert ablaufen. So kommt der Kern der Aufgabe besser zum Vorschein. Warum bleibt der Buchhalter wichtig für den Mandanten?

Der Mandant bekommt die Sicherheit und die Unterstützung, dass er seine gesetzlichen Verpflichtungen fristgerecht und richtig erfüllt. Deshalb schenkt er Ihnen sein Vertrauen, deshalb braucht er Sie und deshalb wird ihm das immer etwas Wert sein.

Wird sich die Aufgabe der Buchhalter verändern? Natürlich, das tut sie doch schon seit vielen Jahren. Wird der Auftrag, für eine fristgerechte Abgabe, eine richtige und möglichst effektive Verbuchung / Kontenabstimmung sowie für die umsatzsteuerliche Richtigkeit zu sorgen wegfallen?

Ich hoffe, meine andere Sicht der Dinge trägt zu Ihrer Meinungsbildung bei.

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Viel Erfolg für Sie.

Ihr

Martin Schwarzensteiner

Kanzleiberater

Diplom-Betriebswirt (FH), QM-Auditor (TÜV)