Größtes Haftungsrisiko

Das größtes Haftungsrisiko einer Steuerkanzlei liegt im Beratungsbereich: Keine Standardisierung, kaum interne Kontrolle, wenig Erfahrung.

Für Fibu, Lohn, Jahresabschluss und Steuererklärungen gibt es in der Regel viele interne Vorgaben zur Qualitätssicherung, es gibt das 4-Augen-Prinzip und im Lohn zeitnahe Prüfungen. Die Mitarbeiter können sich untereinander oder mit dem Chef austauschen. Es ist Routine. Das Risiko ist kalkulierbar.

Anders liegt der Fall bei Gestaltungsberatungen. Unternehmensnachfolge. Rechtsformberatung, Expertisen zur Umsatzsteuer und dergleichen. Das ist keine Routine. Die Beratung liegt im Regelfall in den Händen der Kanzleiführung. Wenig Zeit und viel Druck. Kaum eine Möglichkeit zum fachlichen Austausch. 

Natürlich ist es gut und wichtig, dass Sie Ihre Mandanten beraten. Auch und insbesondere aktiv. Dies ist allerdings mit einem deutlich höheren Risiko verbunden. Das sollte Ihnen bewusst sein und mit dem Mandanten kommuniziert werden. 

Dann ist es sowohl für den Mandanten als auch für Sie ok, dass man eine Expertise einholt und ggf. sogar eine gesonderte Einzelfall-Haftpflicht auf Kosten des Mandanten abschließt. Es sollte Sie nicht grämen, wenn auch Sie Rat einholen. Für den Mandanten ist das eine wichtige Sicherheit, für die er auch ein höheres Honorar in Kauf nehmen sollte.

Das alles ist natürlich nur sinnvoll, wenn den Mandaten die Beratung etwas wert ist. Ist sie das nicht, dann ist das auch eine wichtige Information: Nicht für etwas ins Risiko gehen, was nicht honoriert wird.

Ich hoffe, diese Ausführungen sensibilisieren Sie für das größte Haftungsrisiko, das ich in Steuerkanzleien sehe. Bitte nehmen Sie per E-Mail Kontakt auf, wenn Sie sich austauschen möchten oder meine Unterstützung im Bereich Strategie und Organisation wünschen.

Viel Erfolg für Sie.

Ihr

Martin Schwarzensteiner

Kanzleiberater

Diplom-Betriebswirt (FH), QM-Auditor (TÜV)